1565

Ersterwähnung eines Wingerts im Ortsbering Scheidt

'Die Eheleute Bernhard Faust zu Holzappel tragen vor dem dortigen Schöffengerichte unter Vorbehalt des Ablöserechts dem Abte Heinrich und dem Konvent des Klosters Arnstein für 20 Gulden eine Rente von jährlich 1 Gulden auf und verpfänden denselben dafür benannte bei Scheid belegene Weinbergparzellen.'

Quelle: Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abt. 11 Nr. U 1011, 1565

Geschichtlicher Nachweis

Zur Trennung der heutigen Gemeinden Laurenburg und Scheidt mit ihren Feldfluren Mitte des 17. Jahrhunderts wird die Gemarkung Scheidt 1684 durch Johannem Arundo, einem vereidigten Landmesser amtlich aufgemessen.
Die Ergebnisse dokumentierte er im 'Messbuch der Gemeindt zu Scheyd'.
Beglaubigt wurde das Ergebnis durch die vereidigten Schätzer Johann Michel Wilhelm, Michell Urban und Johann Michel Kuln.

Messbuch
der Gemeindt zu Scheydt
zustendig, wie solches durch
mich Johannem Arundo
geschwornen Landmessern
ist aufgerichtet, gemessen
und beschrieben worden
Im Anno 1684
Beschworne Schetzer seind
gewessen
Johann Michel Wilhelm
Michell Urban
Johann Michel Kuln

Quelle: Messbuch Ortsgemeinde Scheidt, 1684

Im Messbuch findet sich auf Seite 47 unter anderem folgender Eintrag:

Die Wiesen unter dem Dorf der Tochter des Alexander Lotz.
...

Eine Wiese an Weinbergen am Mickeberg stößt an ein Grundstück des Georg Brunck und hat eine Fläche von 5 Ruten.
...

Damit war ein Weinberg unterhalb des Dorfes am ‚Mickeberg‘ (= Mückenberg) dokumentiert.
Nach Trennung der gemeinsamen Waldflur von Scheidt und Laurenburg im Jahr 1825 wurden im Jahr 1879 zum Abschluss der Flurbereinigung und auf der Grundlage des Scheidter Messbuches von 1684 die ‚Consolidationskarten für die Vornahme der Gemarkungsbegehungen‘ durch den Bezirksgeometer, Vermessungsrevisor A. Seel zu Freiendiez, angefertigt.

Aus Blatt 3a dieser Karten geht die Lage der damaligen Flur ‚Im Mückenberg’ hervor. Zusammen mit der vorgenannten Ausmessung im Scheidter Messbuch kann damit die Lage eines Weinberges im heutigen Ortsbering Scheidt nachgewiesen werden.

Unter der Tatsache, dass Weinstöcke erst nach mehreren Jahren reichen Ertrag bringen und dann deutlich über hundert Jahre geerntet werden können, kann man davon ausgehen, dass der 1565 benannte Weinberg 1684, also 120 Jahre später, im Messbuch ebenda - am Mückenberg - liegend dokumentiert wurde.

Andere mögliche Lagen waren bisher nicht nachzuweisen.

Das obere Foto aus dem Jahr 1954 zeigt die Flur 'Im Mückenberg' mit nunmehr lockerer Obstbaumbepflanzung.
Der in der Bildmitte quer verlaufende Feldweg ist die heutige Wiesenstraße.
Der Vergleich der beiden nachfolgenden Fotos (1954 und 2015) verdeutlicht die infrastrukturellen und landschaftlichen Veränderungen binnen 60 Jahren.

Matthias C. Schmidt / Gerhard Gemmer
Scheidt / Troisdorf 2015

Fotos mit freundlicher Genehmigung
Ortsgemeide Scheidt, H. Maxeiner, M. C. Schmidt

Kurze Geschichte des Lahnweinbaus

Die Bearbeiter der Bibliographie zum Weinbau an der Lahn wünschten sich, dass die Bibliographie für weitere lokale Untersuchungen wie für die noch ausstehende Gesamtdarstellung des Lahnweinbaus Anregung und Hilfe sein möge.
Diesem Wunsche folgend möchte der Brauchtums- und Kulturverein Scheidt-Esterau e.V. mit der Erforschung und Bewahrung der Geschichte des Weinbaus um die Laurenburg und Scheidt ein klein wenig dazu beitragen.
Daher sei an dieser Stelle auf eine freigelegte und restaurierte mittelalterliche Weinbergsmauer unterhalb der Laurenburg hingewiesen. Dort finden Sie weitere Informationen zur Geschichte des Weinbaus an der Lahn.

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