Dieser Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte des Weinanbaus um die Laurenburg und Scheidt folgt dem Wunsch der beiden verstorbenen Bearbeiter der ‚Bibliographie zum Weinbau an der Lahn‘, dass diese für weitere lokale Untersuchungen sowie für die noch ausstehende Gesamtdarstellung des Lahnweinbaus Anregung und Hilfe sein möge.
Die Verfasser beabsichtigen mit diesem Beitrag, bisher bekannte und genannte sowie neue Fundstellen innerhalb der heutigen Grenzen der Gemarkungen Scheidt und Laurenburg zusammenzufassen, diese untereinander und mit bisher erfolgten Veröffentlichungen zu verknüpfen sowie die Belege der mehrere Jahrhunderte überlieferten Kultur des Weinbaus in dieser Region räumlich zuzuordnen.
Zudem sollen aus diesen Erkenntnissen identifizierte zeitliche Meilensteine in den Gemarkungen markiert und durch Präsentation der geschichtlichen Hintergründe einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Matthias C. Schmidt und Gerhard Gemmer, Scheidt 2016
In der Beschreibung des Laurenburger Burgfriedens (ca. 13. Jhdt.), der die Orte Scheidt und Zulheim umfasste - das Dorf Laurenburg gab es zu dieser Zeit noch nicht -, wird auch bei Scheidt von einem „Weingarten“ gesprochen.
7. Zwischen dem Reyemelt hinauf den Pfarr- und Weingarten bis in den Nuss-Graben (heute „Reuschgraben“).
Die mit Ausnahme des Pfarrgartens heute nicht mehr bekannten Fluren lassen sich nur noch wage lokalisieren. Die Verfasser gehen aber davon aus, dass der „Pfarrgarten“ weder gleichzeitig der besagte „Weingarten“ noch jener sich diesem unmittelbar anschloss. Er hätte somit am Ostrand Scheidts gelegen, nahezu eben, eher mit leichter Hanglage nach Nord-Osten. Die Verfasser nehmen daher an, dass die als „Weingarten“ bezeichnete Flur oberhalb des Reuschgrabens am beginnenden Abhang zur Lahn lag. Dieser Südhang ist klimatischvorteilhafter als die Ebene am Ort. Zudem sind dort heute noch Terrassenstrukturen sichtbar. Letzte Sicherheit könnte eine Grabung nach den für Steillagen der damaligen Zeit typischen Stützmauern bringen.
Karte aus dem Jahre 1764 mit Einzeichnung des Burgfriedens (damalige Grenze).
Quelle: 666 Jahre Scheidt - Heimatbuch zum Jubiläum 2009, Hrsg. Ortsgemeinde Scheidt, 2009
* Karl Herquet, Urkundenbuch des Prämonstratenserklosters Armstein an der Lahn,
Erste 5 Lieferung (1142-1446), Wiesbaden,
Verlag von Chr. Limbarth, 1883.
Nr. 155, S. 131
* HHStAW, 11, 192, 1365
ebenso mit dieser Quellenangabe: Herquet,, aaO., Nr. 221, S. 158
** Bruno Krings - Das Prämonstratenserstift Arnstein an der Lahn im Mittelalter (1139-1527) Wiesbaden 1990, S.537
* Hier handelt es sich tatsächlich um das Örtchen Zulheim, den heute ostwärtigen Teil von Laurenburg. In den Urkunden finden wir dafür die unterschiedlichsten Schreibweisen. Die Ortsbezeichnung wird aber nicht mehr verwendet.
** heute Gemarkung Laurenburg, Flur 4, "In dem Hain"
*** auch in Herquet, aaO., Nr. 235, S. 163
* HHStW, 11, U 264, 1392 - auch Herquet, aaO., Nr 294, S. 189.
Die Bearbeiter der Bibliographie zum Weinbau an der Lahn wünschten sich, dass die Bibliographie für weitere lokale Untersuchungen wie für die noch ausstehende Gesamtdarstellung des Lahnweinbaus Anregung und Hilfe sein möge.
Diesem Wunsche folgend möchte der Brauchtums- und Kulturverein Scheidt-Esterau e.V. mit der Erforschung und Bewahrung der Geschichte des Weinbaus um die Laurenburg und Scheidt ein klein wenig dazu beitragen.
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